Koppeldamm 8, 25335 Elmshorn
+49.179.9701462
post@fechtergilde-sh.de

Aufgehende Sonne der FGSH

Aufgehende Sonne der FGSH

jugendaustausch japan sport verbindet

FECHTERGILDE Südholstein war in August im Rahmen ihrer internationalen Jugendarbeit Gastgeber und Gestalter des Regionalprogramms für eine Gruppe japanischer Jugendliche beim deutsch-japanischen Simultanaustausch der Deutschen Sportjugend im Olympischen Sportbund und Japanese Junior Sportclubs Association.

jugendaustausch japan sport verbindet

Unter dem Motto „Sport verbindet uns!“ führt die Deutsche Sportjugend (dsj) seit 1973 mit ihrem japanischen Partner Japan Junior Sport Clubs Association (JJSA) den deutsch-japanischen Sportjugend-Simultanaustausch durch. Die traditionelle Jugendbegegnung bietet jedes Jahr jeweils 125 Jugendlichen aus beiden Ländern die Möglichkeit, ihr Partnerland zu besuchen und dort Menschen und Kultur kennenzulernen.

Durch das vielfältige 18-tägige Programm mit Familienaufenthalt bekommen die Jugendlichen Einblicke in die Gesellschaft des Partnerlandes und erleben den Alltag und das Familienleben hautnah. Der Sport spielt dabei eine besondere Rolle, da er als gemeinsame Sprache verbindet! Der Austausch beginnt und endet mit einem jeweils zweitätigen Zentralprogramm in Frankfurt und Berlin statt, durchgeführt von der Deutschen Sportjugend. Das zweiwöchige Regionalprogramm übernehmen Sportvereine aus ganz Deutschland.

In diesem Jahr teilten sich die Niedersächsische Schwimmjugend und FECHTERGILDE Südholstein e. V. das Zentralprogramm für Jugendlche aus der japanischen Region Kinki (Kyoto, Osaka ect.). FGSH war verantwortlich für die zweite Woche des Regionalprogramms und begleitete die japanische Gruppe nach Berlin. Im Jahre 2021 reisen unsere Jugendlichen für 18 Tage im Autausch nach Japan.

jugendaustausch japan sport verbindet

Die Vorbereitung war eine Herausforderung für unsere Jugendlichen und die Betreuer, denn wir wollten unseren Gästen so viel wie möglich von unserem schönen Land zeigen und sie gleichzeitig nicht überfordern. 

Unsere Jugendlichen setzten sich bereits im Vorfeld mit der japanischen Kultur auseinander: sie besuchten Veranstaltungen, wie z. B. das Japan Festival (organisiert vom Japanischen Generalkonsulat in Hamburg und der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Hamburg) im Rahmen des Jubiläums der Hamburg-Osaka Städtepartnerschaft, um sich erste Eindrücke von ihren Gästen zu bekommen.

Nachdem wir unsere japanischen Mädels am überfüllten Hamburger Bahnhof abholten, fuhren wir im strömenden Regen zum Empfang ins Elmshorner Rathaus. Schon bangten wir über die kommende Woche, da unser Programm viele Outdoor-Aktivitäten vorsah. Aber der warme Empfang des Bürgermeisters Volker Hatje und anschließender Stadtbummel im malerischen Glückstadt an der Elbe mit Kaffee und Kuchen am Marktplatz ließen uns wieder aufatmen. 

Den folgenden Tag begannen wir ganz nach dem Motto „Sport verbindet uns“ beim Golfen im Golfclub Gut Haseldorf. Sowohl für unsere Gäste als auch für unsere Jugendlichen war Golf eine völlig neue Sportart. Unter Anleitung von zwei Golf-Pros lernten wir zu pitchen und putten und hatten überaus viel Spass. Gegessen wurde anschließend die traditionelle Currywurst mit Pommes. Am Tisch wurde sehr viel gelacht und ausser Sport noch weitere gemeinsame Vorlieben aus der Welt der Musik und Mode entdeckt. 

Am Nachmittag erkundeten wir die Haseldorfer Marsch. Das Elbmarschenhaus, ein Heimatmuseum mit seiner multimedialen interaktiven Ausstellung über den Natur- und Kulturraum der Elbmarschen hat unseren Gästen sehr gefallen. Auch der Museumsshop mit kleinen Mitbringseln aus der Region war ein Hit. Wir gingen im Schlosspark des Schlosses Gut Haseldorf unter uralten Riesenkastanien spazieren, bestaunten die Kirche St. Gabriel aus dem 13. Jahrhundert, aßen Pflaumen und Äpfel direkt vom Zweig im öffentlichen Garten mit historischen Obstsorten und kletterten die Deiche hoch und runter. Und unterhielten uns viel mit den Schafen! Am Abend, müde und zufrieden, beim Willkommensgrill lachten die deutschen und japanischen Jugendlichen über die Vorurteile und Erwartungen, mit denen sie einander begegneten.

Die Woche verging wie im Flug: mit unseren japanischen Mädels gingen wir auf Schnäppchenjagd in Neumünster, sammelten Heidelbeeren in Willenscharen, aßen Fischbrötchen auf dem Hamburger Fischmarkt, hofften vergeblich im HSV-Stadion auf einTreffen mit den feschen Fussballspielern Sakai und Ito, bestaunten die Speicherstadt und das Miniaturwunderland und hatten viel Spass auf dem Hamburger Dom. In Büsum gingen wir für eine Krabbenfangfahrt an Bord und gruben nach Wattwürmern im Nordseewatt. 

Am letzten Tag des Regionalprogramms stand der Besuch einer deutschen Schule auf dem Plan. Unsere Jugendlichen bekamen einen Generalschlüssel von der Schulverwaltung und übernahmen sichtlich stolz die Führung. Sie erzählten über die Entstehung ihrer Schule, über Besonderheiten im Unterricht, führten durch Klassen- und Arbeitsräume und machten die Japanerinnen mit ihren Schulkameraden bekannt. In der Sporthalle präsentierten sie den Fechtsport und unsere Gäste konnten unter Anleitung unseres Trainers Andranik Arazyan das erste Mal einen Degen in die Hand nehmen. 

Nach Matjes mit Kartoffeln in der Schulkantine, diskutierten die deutschen und japanischen Jugendlichen im Schulkonferenzraum über das diesjährige Thema – Inklusion. Sie tauschten ihre persönlichen Erfahrungen aus, erzählten einander von ihren positiven und negativen Erlebnissen. Auch die „einschränkenden“ Erlebnisse während des Austausches wurden thematisiert. Die Schlussfolgerung der Diskussion war, dass trotz guter Ansätze in beiden Ländern, immer noch sehr viel Handlungs- und Verbesserungsbedarf besteht.

Am Abend kam fast der ganze Verein – Groß und Klein – zur Verabschiedung unserer Gäste in den Garten der Unterkunft. Das Wetter meinte es gut mit uns, wir feierten bis in den späten Abend. Highlight des Abends: die Japanerinnen führten den in Japan äußerst beliebten Partytanz zum „Chingiz-Khan“ Lied in nationalen Yukatas vor und alle tanzten mit. 

Der endliche Abschied in Berlin, nach noch zwei gemeinsamen Tagen in der Hauptstadt, fiel ziemlich tränenreich aus. Es war eine sehr schöne Zeit, kurz und lehrreich, voll von prägnanten Erfahrungen. Wir sind dankbar für diese gemeinsame Zeit!

Besonderer Dank gehört unseren Sponsoren: einer Schleswig-Holsteiner-Stiftung (möchte anonym bleiben), Danfoss Power Solutions GmbH&Co OHG, Volksbank Pinneberg-Elmshorn. Mit ihrer großzügigen Unterstützung konnten wir alle Programmpunkte realisieren und den japanischen und deutschen Jugendlichen einige unvergessliche Erlebnisse ermöglichen. Danke!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.